FRÜCHTE MACHEN DICH NICHT FETT (UND ANDERE ERNÄHRUNGSMYTHEN WIDERLEGT)

Ich glaube nicht, dass sich irgendjemand mit voller Absicht einen Ernährungsmythos erschafft.

Ich habe zu viel Vertrauen an das Gute im Menschen, um zu glauben, dass jemand absichtlich versuchen würde, jemanden anderen in die Irre zu führen, wenn es um seine Gesundheit geht.

Aber ich weiß auch, dass die Welt der Ernährung manchmal verwirrend ist. Und bei so vielen verschiedenen Informationen und Ansichten ist es kaum verwunderlich, dass ein oder zwei falsche Vorschläge schnell zu ausgewachsenen Mythen der Ernährung führen können.

Bevor wir es wissen, werden diese Mythen von Fitnesstrainern, schlecht beratenen Ernährungswissenschaftlern und manchmal sogar von Ärzten als Ratschläge weitergegeben und als deren Kunde oder Patient glaubst du ihnen.

Warum auch nicht?

Sie sind schließlich die Profis. Es ist auch nicht ihre Schuld. Ich beschuldige niemanden. In einer Zeit der Informationsüberflutung geschehen solche Dinge nunmal.

Deshalb mache ich es mir zur Aufgabe, einige der größten Mythen der Ernährung zu widerlegen, die gerade im Umlauf sind. Lass uns mit einer Frage beginnen, die mir letzte Woche gestellt wurde.

Dieselbe Frage, die mich dazu veranlasst hat, diesen Artikel überhaupt zu schreiben.

Wird Obst mich dick machen?

Obst war schon immer ein Teil der menschlichen Ernährung. Es ist vollgepackt mit nützlichen Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen, die eine Schlüsselrolle für unsere Gesundheit und Wohlbefinden spielen.

Obst ist seit Tausenden von Jahren der Schlüssel zu unserem Überleben und letztendlich zu unserer Entwicklung. Es war nicht nur eine köstliche und schnell wirkende Energiequelle, sondern auch die natürliche Süße, die es enthielt, war ein sicheres Zeichen dafür, dass sie für uns zum essen geeignet waren.

Dennoch wird in den letzten Jahren immer mehr Menschen empfohlen, sich von Obst fernzuhalten um abzunehmen.

Newsflash: Das ist ein schlechter Rat!

Ich verstehe (irgendwie), woher dieser Mythos kommt. In den letzten Jahren wurde Zucker als die Wurzel allen Übels der Ernährung dargestellt. Und weil Obst natürlich vorkommenden Zucker enthält, wurde es direkt stigmatisiert und auf den gleichen Anti-Zucker-Zugwagen geworfen wie Marshmallows, Törtchen und Eiscreme. Dies basiert auf dem Prinzip, dass alle Zucker gleich sind - was, wie wir wissen, nicht der Fall ist.

Darüber hinaus ist Obst nicht nur Zucker wie ein Marshmallow. Obst hat einen hohen Gehalt an Ballaststoffen und Wasser, was die Freisetzung dieser Zucker in die Blutbahn verlangsamt. Auch der Gesamtzuckergehalt ist ein großer Faktor.

Während eine Handvoll Blaubeeren ungefähr 4 Gramm Zucker enthält, werden bei der gleichen Größe von Marshmallows ungefähr 22 Gramm Zucker aufgenommen.

Es ist auch viel einfacher, drei oder vier Handvoll Marshmallows zu essen, als drei oder vier Handvoll Beeren.

Vertraue mir - ich habe beides probiert.

Möchtest du mehr wissenschaftliche Beweise, dass Obst dich nicht dick macht? Lass mich in Richtung des Kuna-Stammes aus Panama zeigen, die über 60% ihrer gesamten täglichen Kalorien aus Früchten beziehen und dabei immer noch mager und in ausgezeichnetem Gesundheitszustand sind.

Du kannst dir auch eine kontrollierte Studie des American Journal of Clinical Nutrition anschauen, aus der hervorgeht, dass die Einschränkung des Obstkonsums keinen Einfluss auf Blutzucker, Gewicht oder Taillenumfang der Probanden hatte.

Äpfel, Bananen, Kirschen, Erdbeeren, Pfirsiche, Pflaumen, Birnen, Mangos, Ananas, Orangen, Zitronen, Guaven, Wassermelonen, Kiwis - dies sind einige der gesündesten (und leckersten) Lebensmittel der Welt. Lass dir von niemanden, etwas anderes sagen!

Wenn du durch das Essen eines Apfels fett wirst, hast du wahrscheinlich mehr Probleme, als ich dir mit diesem Blog helfen kann. Aber ich kann dir versichern, dass dies nicht passieren wird.

Kuhmilch für starke Knochen?

Die Verwirrungen, die wir als Milchindustrie bezeichnen, hängt im Augenblick am seidenen Faden.

Immer mehr Menschen öffnen ihre Augen für die Katastrophe, und Verantwortlichkeit der modernen Milchproduktion. Die mit Kühen, die wie Sardinen in unhygienische und grauenhafte Lagerhäuser gezwängt und dabei vollstopft werden mit Hormonen und Antibiotika, bevor du der versklavten Kuh die Milch trinkst, die niemals für den menschlichen Verzehr bestimmt war.

Der letzte Ast nachdem die Milchindustrie verzweifelt greift ist nur noch der Kalziumgehalt und die Theorie, dass wir Milch benötigen, um genug Calcium zu erhalten, für starke Knochen, richtig?

Wenn du die Werbungen für diese bekannte Joghurtmarke gesehen hast, weißt du worüber ich spreche.

Die Wahrheit ist, dass

A) Calcium alleine NICHT für stärkere Knochen sorgt und

B) Wir keine Kuhmilch trinken müssen, um dieses Calcium trotzdem zu bekommen!

Die richtige Calciumaufnahme erfordert die Anwesenheit von Nährstoffen Vitamin D3 und Vitamin K2. Diese Vitamine sind zwar in den Molkereiprodukten zu finden, aber moderne Pasteurisierungs- und Entrahmungsverfahren reduzieren den Gehalt dieser Nährstoffe in der Milch erheblich.

Das ist dann zu viel Kalzium, das mit sehr wenig Vitamin D und K2 in das Blut gelangt. Zu viel Kalzium im Blut ist stark mit Gesundheitsrisiken wie Herzerkrankungen, Schlaganfall und Nierensteinen verbunden und kann sogar zu brüchigen Knochen führen.

Darüber hinaus haben Studien keinen weiteren Anstieg der Knochen Integrität gezeigt, wenn die Kalziumzufuhr bei über 600 mg pro Tag liegt - eine Menge, die ganz einfach ohne Milchprodukte oder Kalziumsupplementierung leicht erreicht werden kann.

Kalzium als natürlicher Mineralstoff in unserem Boden, kommt in einer Vielzahl pflanzlicher Nahrungsmittel vor. Einige der besten Quellen sind Sesam, Mandeln, Grünkohl, Melasse und viel grünes Blattgemüse. Tatsächlich enthalten die meisten Blattgemüse mehr Kalzium als ein Glas Kuhmilch!

In einer von der Harvard University durchgeführten Studie, die über 18 Jahre lang über 72.000 Frauen folgte, wurde keine Korrelation zwischen dem Milchkonsum und dem Schutz vor Frakturen gezeigt. In separaten Studien hatte der Milchkonsum auch keinen Einfluss auf die Knochendichte von Kindern oder jungen Erwachsenen.

Können wir die Milchindustrie und Ihre Lügen bitte endlich hinter uns lassen?

Ja, Milchprodukte enthalten Kalzium - aber deine Knochen sind ohne Kuhmilch gesünder. Der Rest deines Körpers wird es dir auch danken, wenn du Milchprodukte weglässt.

Ist Agavennektar ein gesunder Süßstoff?

Nein, ist es nicht.

Da sich immer mehr Menschen vom Industriezucker entfernen, ist Agavennektar Gegenstand einer sehr intelligenten Marketingkampagne. Agave ist der Saft, der einer Verwandten der Kaktuspflanze entnommen wird. Es ist nicht zu leugnen, dass es sich um einen „natürlichen“ Süßstoff handelt, womit auch der Hype begann.

Aber Inhaltstofflich gesehen tut es deinem Körper nicht gut. Dies liegt daran, dass Agave außergewöhnlich hoch in Fruktose ist und bis zu 92% Fruktosegehalt enthält!

Damit ist es in Fructose sogar noch höher als High Fructose Corn Syrup (HFCS), welches als eine der größten Ernährungskatastrophen des 21. Jahrhunderts gilt. Fruktose wird sehr unterschiedlich zu anderen Zuckern in der Leber metabolisiert und wird stark mit Fettleibigkeit, Diabetis, Insulinresistenz und Fettlebererkrankungen in Verbindung gebracht.

Alle diese Studien wurden mit isolierter Fruktose durchgeführt, die sich sehr von der in ganzen Früchten vorkommenden natürlich vorkommenden Fruktose unterscheidet.

Also das bedeutet: Die isolierte Fruktose aus Agave = ein verdammt heftiger Druck auf deine Leber!

Vertraue mir, wenn ich sage, dass dies das letzte ist, was dein Körper braucht. Darüber hinaus enthalten andere natürliche Süßungsmittel wie Dattelsirup(die gesündeste Zuckeralternative btw.) Ahornsirup und Melasse beträchtliche Mengen an Antioxidatien.

Agave enthält genau wie raffinierter Zucker und Maissirup so gut wie keine Antioxidatien. Der letzte Nagel im Sarg der Agave? Es schmeckt eigentlich auch ziemlich mies.

Sollte ich nach 18 Uhr Kohlenhydrate vermeiden?

Der letzte Mythos, den ich ein für alle Mal zerschlagen möchte, ist die Theorie, dass man nachts Kohlenhydrate vermeiden muss, um abzunehmen.

In diesem letzten Abschnitt möchte ich dich aktiv dazu ermutigen, abends Kohlenhydrate zu essen. Ja, das ist mein Ernst! Dies ist keine Übung!

Wenn du nachts Kohlenhydrate isst, wirst du nicht zunehmen. Wenn du im Allgemeinen nachts etwas isst, wirst du nicht zunehmen. Wenn du aber im Verlauf eines Tages also innerhalb von 24 Stunden zu viel isst, wirst du an Gewicht zunehmen.

Nehmen wir an, du brauchst 2400 Kalorien pro Tag, um dein Gewicht zu halten, und 800 davon stammen aus Kohlenhydraten. Es macht wirklich keinen Unterschied, ob du diese morgens, mittags oder abends isst.

Wenn du für eine Woche aber jeden Tag 3200 Kalorien zu dir nimmst, 1200 von denen aus Kohlenhydraten stammen, nimmst du an Gewicht zu, unabhängig davon, ob du sie beim Frühstück oder Abendessen gegessen hast.

Die Gesamtaufnahme von Kalorien führt zu einer Gewichtszunahme oder Abnahme, ganz gleich ob diese Kalorien in der Form von Kohlenhydraten gegessen wurden.

Aber wenn du deine Kohlenhydrate Abends isst, bringt das einige Vorteile mit sich. Der erste ist, rein aus der Sicht des Lebensstils. Möchtest du wirklich abends mit Salatblättern verhungern, während alle um dich herum eine köstliche, befriedigende Mahlzeit einnehmen?

Ich wette, dass du nach einem harten Arbeitstag und nach deinem Training wahrscheinlich zu einem ernsthaft guten Essen nach Hause kommen möchtest. Es gibt eben Dinge, die nur Kohlenhydrate lösen können.

Aus meiner eigenen Sicht esse ich tagsüber relativ leicht - besonders wenn ich viel zu tun habe. Abends kann ich mich entspannen und meine größte und befriedigendste Mahlzeit einnehmen.

So hat sich der Mensch entwickelt. Wir verbringen den Tag mit Jagd, Futtersuche und Wandern, bevor wir nach Hause kommen, um nachts am Lagerfeuer zu schlemmen. Es liegt in unserer Natur.

Diese Kohlenhydrate haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie die Produktion von Melatonin erhöhen, das auch als „Schlafhormon“ bezeichnet wird. Dies ist ein weiterer Grund, warum ich Kohlenhydrate nachts empfehle, da sie dazu beitragen, einen guten Schlaf zu fördern.

Auf der anderen Seite können auch Kohlenhydrate am Tag dazu führen, dass du dich lethargisch fühlst und dir die Energie fehlt, um hart zu arbeiten und zu trainieren. Wenn du also Reis, Kartoffeln oder Süßkartoffeln bis zum Abendessen aufsparst, kannst du müde, zufrieden und reich an Kohlenhydraten zu Bett gehen.

Wer will das nicht? Hab keine Angst vor Kohlenhydraten nach 18 Uhr. Oder zu jeder anderen Zeit. …. Das wars für heute, Leute!

Hoffentlich konnte ich in diesem Artikel einige der größten Mythen der Ernährung zertrümmern.

Obwohl ich der Meinung bin, dass es noch viel mehr zu tun gibt.

Vielleicht sollten wir das irgendwann noch einmal machen;)

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Quellen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/4928686?dopt=AbstractPlus http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23497350 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2665033/ http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/13590849961717 http://heart.bmj.com/content/98/12/920.full http://www.bmj.com/content/341/bmj.c3691 http://ajcn.nutrition.org/content/94/1/5.full http://ajcn.nutrition.org/content/77/2/504 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15741380 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22393172 http://www.naturalproductsinsider.com/articles/2001/02/food-product-design-february-2001--sweetners-for.aspx http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22297952 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19103324 http://ajcn.nutrition.org/content/85/2/426.full

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