Kann Vitamin D zum Schutz deines Immunsystems beitragen?

Kann Vitamin D zum Schutz deines Immunsystems beitragen?

Vitamin D, das auch als „Sonnenschein-Vitamin“ bezeichnet wird, ist zurzeit in aller Munde.

Und da die Tage immer kürzer und die Nächte kälter werden, gibt es mehr als genug Gründe, warum du dich genau jetzt damit befassen solltest. Einige dieser Gründe will ich hier aufdecken...

Was ist Vitamin D?

Vitamin D bzw. Calciferol, ist ein essenzieller Nährstoff, der einige wichtige Körperfunktionen unterstützt, wie die Kalziumaufnahme, die Mineralisierung der Knochen und unser Immunsystem. Als sogenanntes Sonnenschein-Vitamin produziert unser Körper Vitamin D auf natürlichem Wege, wenn er Sonnenlicht ausgesetzt ist. Vitamin D kommt auch in verschiedenen Lebensmitteln in kleineren Mengen vor, wie in fettreichem Fisch, Eiern, Butter und Leber. Unseren Vitamin-D-Bedarf allein über die Ernährung zu decken, ist allerdings recht schwierig.

Vitamin D tritt in zwei Formen auf: D2 (Ergocalciferol) und D3 (Cholecalciferol). Während beide Formen gleich gut in den Blutkreislauf aufgenommen werden können, werden sie von der Leber auf unterschiedliche Weise verstoffwechselt und erfüllen dadurch in unserem Körper unterschiedliche Funktionen. Vitamin D2 wird zu 25-Hydroxy-Vitamin D2 weiterverarbeitet und D3 zu 25-Hydroxy-Vitamin D3. Beide werden letztendlich zu Calcidiol – der entscheidende Nährstoff, der gemessen wird, wenn wir unser Blut auf Vitamin D untersuchen lassen.

Welche Form von Vitamin D ist also wirksamer? Vitamin D3 bringt den Calcidiol-Wert in unserem Blut deutlich effektiver zum Ansteigen als D2. Mehrere Studien[1][2] ergaben, dass Vitamin D3 sogar doppelt so wirksam ist wie Vitamin D2.


Wo kommt Vitamin D vor?

Wie bereits erwähnt, ist die beste Quelle für Vitamin D das Sonnenlicht. Was Nahrungsquellen angeht, ist Vitamin D3 ausschließlich in tierischen Quellen zu finden, während D2 hauptsächlich in pflanzlichen Quellen vorkommt.


Quellen für Vitamin D3

  • Fettreicher Fisch und Fischöl
  • Leber
  • Eigelb
  • Butter
  • Nahrungsergänzungsmittel

 

Quellen für Vitamin D2

  • Pilze (besonders wenn UV-Licht ausgesetzt)
  • Angereicherte Lebensmittel
  • Nahrungsergänzungsmittel

Da Vitamin D nur in sehr geringen Mengen in unserer Nahrung vorkommt, wird in manchen Ländern empfohlen, dass Menschen, die sehr wenig Zeit im Freien verbringen oder in Regionen mit wenig Sonnenlicht (nördliche Halbkugel) leben, von September bis April Vitamin D supplementieren sollten. Einer der Hauptgründe ist, dass Vitamin D eine entscheidende Rolle für unser Immunsystem spielt – was sich auch daran erkennen lässt, dass Erkältungen und Grippe in den Wintermonaten viel häufiger vorkommen.

 

Wie beeinflusst Vitamin D unsere Immunität?

Vitamin D ist zwar vor allem dafür bekannt, dass wir es für gesunde Zähne und Knochen brauchen, doch es ist auch eines der wichtigsten Vitamine für unser Immunsystem, wenn es darum geht, Erkältungs- und Grippeviren abzuwehren. Es ist sogar so wichtig, dass jetzt auch Ärzte, Ernährungswissenschaftler und sogar die britische Regierung dazu raten, während der COVID-19-Pandemie zur Stärkung unserer Abwehr gegen das Virus Vitamin D zu supplementieren.

Wie funktioniert das genau? Die Immunzellen unseres Körpers weisen Vitamin-D-Rezeptoren auf und regulieren sowohl die angeborene als auch die erworbene Immunreaktion. Dies tun sie, indem sie die Funktion der T-Zellen und Makrophagen verbessern, die unseren Körper vor Krankheitserregern schützen – vor allem vor Infektionen der Atemwege[3].

 

Kann Vitamin D das Risiko einer COVID-19-Infektion senken?

Inzwischen wissen wir alle, dass räumliche Distanzierung und korrektes Händewaschen unser Infektionsrisiko senken können. Doch kann Vitamin D deinem Körper helfen, sich bei Kontakt mit dem Coronavirus wirkungsvoll zu verteidigen? Werfen wir einen Blick auf die Wissenschaft...

Die Rolle von Vitamin D bei der Vorbeugung von akuten Atemwegserkrankungen ist nicht erst seit heute von Interesse, sie wird vielmehr schon seit den 1930er Jahren untersucht.

Jüngere Studien, wie beispielsweise eine systematische Übersichtsarbeit von 11 Placebo-Kontrollversuchen, die an 5.560 Teilnehmern durchgeführt wurden, ergaben, dass eine Vitamin-D-Supplementierung das Risiko für Atemwegsinfektionen deutlich senkt. Diese Studie ergab zudem, dass eine tägliche Supplementierung (300 - 2000 i. E.) eine größere Wirkung hatte als eine einmalige oder monatliche Einnahme einer größeren Dosis (100.000 - 200.000 i. E. pro Monat) – wobei man letztendlich zu dem Schluss kam, dass eine tägliche Supplementierung am effektivsten sei[4].

Eine andere Metaanalyse von 25 randomisierten Doppelblind-Studien ergab, dass eine Supplementierung mit Vitamin D sich bei allen Teilnehmern positiv auf den Schutz vor akuten Atemwegserkrankungen auswirkte, vor allem jedoch bei jenen, die zuvor Anzeichen für einen Mangel zeigten[5].

In zahlreichen Studien wurde ein Vitamin-D-Mangel als Risikofaktor für einige andere Atemwegserkrankungen festgestellt, darunter Asthma, Tuberkulose, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und das Grippevirus[6][7][8].

Das aktuelle Interesse an Vitamin D im Kontext von COVID-19 kam jedoch auf, als Forscher einen Zusammenhang zwischen COVID-19-Fällen und niedrigen Vitamin-D-Werten feststellten. Eine Studie ergab, dass 8 von 10 Patienten unter einem Vitamin-D-Mangel litten und dass ein Mangel bei stationären COVID-Patienten viermal häufiger auftrat. Während es immer noch zu früh ist, um Schlussfolgerungen zu ziehen, gibt es einige weitere Studien mit interessanten Ergebnissen:

Studie 1:

Wer? Tel Aviv University, Israel[9].

Was? Es wurden die Vitamin-D-Werte von 782 positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Nachhinein gemessen und mit den Werten gesunder Personen verglichen.

Ergebnisse: Personen mit suboptimalen Vitamin-D-Werten hatten eine um 45% höhere Wahrscheinlichkeit, positiv auf das Coronavirus getestet zu werden, und eine 95% höhere Wahrscheinlichkeit, stationär aufgenommen zu werden.

Einschränkungen: Die Vitamin-D-Werte wurden nach und nicht während des Infektionszeitraums gemessen.

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Studie 2:

Wer? University of Chicago.

Was? Forscher glichen die Vitamin-D-Werte von 500 Freiwilligen mit der Anzahl der Personen ab, die später an COVID-19 erkrankten.

Ergebnisse: Niedrige Vitamin-D-Werte ergaben eine 60% höhere COVID-19-Infektionsrate.

Einschränkungen: Störfaktoren, wie Alter, Beruf und Wohnort der Teilnehmer, wurden nicht berücksichtigt, obwohl sie sich alle auf das Infektionsrisiko auswirken.

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Studie 3:

Wer? University of Tehran, Iran und Boston University[10].

Was? Es wurden Daten von 235 stationär aufgenommenen COVID-19-Patienten analysiert.

Ergebnisse: Patienten mit ausreichend hohen Vitamin-D-Werten hatten eine um 51,5% geringere Wahrscheinlich, an der Krankheit zu sterben. Auch ihr Risiko für einen schweren Verlauf der Krankheit und künstliche Beatmung war deutlich geringer. Bei Patienten mit guten Vitamin-D-Werten traten weniger Entzündungen auf – eine negative Begleiterscheinung von COVID-19.

Einschränkungen: Störfaktoren wie Rauchen und der sozioökonomische Status, die die Gesundheit der Teilnehmer beeinflussen, wurden nicht berücksichtigt.

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Studie 4:

Wer? Universität Córdoba, Spanien[11].

Was? 50 stationären COVID-19-Patienten wurde im Zuge ihrer Behandlung Vitamin D verabreicht. Ihr Gesundheitszustand und ihre Genesung wurde daraufhin mit 26 Freiwilligen aus einer Kontrollgruppe verglichen.

Ergebnisse: Nur einer der 50 Patienten benötigte Intensivpflege und keiner von ihnen starb. Von den 26 Viruserkrankten, die kein Vitamin D einnahmen, musste später die Hälfte auf die Intensivstation und zwei erlagen der Krankheit.

Einschränkungen: Kleiner Stichprobenumfang.

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Studie 5:

Wer? Inha University, Südkorea[12].

Was? Von 50 ins Krankenhaus aufgenommenen COVID-19-Patienten wurden die wichtigsten Vitaminwerte überprüft und mit einer Kontrollgruppe verglichen.

Ergebnisse: 76% der COVID-19 Patienten hatten einen Vitamin-D-Mangel und 24% hatten einen starken Mangel, während es in der Kontrollgruppe nur 7% waren.

Einschränkungen: Kleiner Stichprobenumfang.

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Studie 6:

Wer? Universität Brüssel [13].

Was? Es wurden die Vitamin-D-Werte von knapp 200 stationären COVID-19-Patienten mit einer Kontrollgruppe aus mehr als 2.000 gesunden Personen verglichen.

Ergebnisse: Männer, die mit der Infektion im Krankenhaus lagen, wiesen mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit einen Vitamin-D-Mangel auf als gesunde Männer desselben Alters. Die Mangelrate betrug 67% in der COVID-19-Patientengruppe und 49% in der Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse konnten bei Frauen nicht bestätigt werden.

Einschränkungen: Unabhängigen Wissenschaftlern zufolge sinken die Vitamin-D-Werte im Blut im Falle ernster Erkrankungen, weshalb es schwierig ist festzustellen, ob die Krankheit die niedrigen Vitamin-D-Werte verursacht oder anders herum.

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Obwohl diese Studien verschiedenen Einschränkungen unterliegen, sehen die neuesten Forschungsergebnisse vielversprechend aus. Dementsprechend sind für die nächsten 6 bis 12 Monate bereits zahlreiche weitere Studien geplant – für die vollständige Liste klicke hier.

 

Soll ich ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen?

Obwohl Vitamin D für unser Immunsystem ganz offensichtlich eine entscheidende Rolle spielt, ist ein Vitamin-D-Mangel der häufigste Mangel weltweit. Das liegt in erster Linie am fehlenden Sonnenlicht auf der nördlichen Halbkugel, aber auch daran, dass wir heutzutage immer weniger Zeit im Freien verbringen – dieser Faktor spielt aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie und die selbst auferlegte Distanzierung eine noch größere Rolle.

Aus diesem Grund wird in manchen Ländern wie beispielsweise in Großbritannien unter anderem vom nationalen Gesundheitssystem empfohlen, dass während der COVID-19-Pandemie jeder ein Vitamin-D-Präparat einnehmen sollte und dies auch generell in den Monaten September bis April tun sollte, aufgrund des Mangels an Sonnenlicht.

Auch verschiedene ethnische Minderheitsgruppen mit dunklerer Haut, wie Menschen mit afrikanischen, afro-karibischen und südasiatischen Wurzeln, sollten in Betracht ziehen, ganzjährig ein Vitamin-D-Präparat einzunehmen. Hier findest du die NICE-Empfehlungen für die Vitamin-D-Supplementierung in verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

Welche Dosierung wird empfohlen?

Die RDA liegt bei 600 i. E. am Tag. Wenn du jedoch keiner Sonneneinstrahlung ausgesetzt bist, stellen 1.000 - 4.000 i. E. besser sicher, dass deine Zufuhr abgedeckt ist. Falls du dir nicht sicher bist, welche Dosis für dich ideal ist, sprich mit deinem Arzt darüber.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Vitamin-D-Präparate günstig, ungefährlich, einfach zugänglich und wirksam im Schutz unseres Immunsystems sind. Falls ihre Wirkung in Zukunft weiter bestätigt werden kann, können sie in Zukunft eine große Hilfe im Kampf gegen die Pandemie und andere grippeähnliche Krankheiten sein. Klicke hier, um dir dein Vitamin-D3-Präparat jetzt zu sichern und so auf einfache und kostengünstige Weise zum Schutz deiner Gesundheit beizutragen!

 

Literaturangaben:

[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22552031/

[2] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18492750/

[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6305614/

[4] https://www.bmj.com/content/356/bmj.i6583

[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK536320/pdf/Bookshelf_NBK536320.pdf

[6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4214003/

[7] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2759054/

[8] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4776550/

[9] https://febs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/febs.15495

[10] https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0239799

[11] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7456194/

[12] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7418699/

[13] https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.01.20079376v2

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